Seite 8 Rumänien 





01.11.2025

Heute radeln wir an der Bega entlang zum Markt Piata Badea.
Es ist sehr idyllisch an der Bega zu radeln, es geht an Parks, Spielplätze und Bars vorbei.
Wir lieben es sehr, über Märkte zu schlendern und die Farbenpracht der Produkte zu bestaunen.
Kunstvoll werden manche Produkte ausgestellt, es ist eine wahre Freude.
Anschließend radeln wir über die Decebalbrücke, durch einen Park, vorbei an einer Synagoge und der Milleniumskirche zum Stadtteil Fabric.

Timisoara Fabric ist der Bezirk der Stadt, in dem sich Ende des 19ten Jahrhunderts Handwerksbetriebe und kleine Industrieunternehmen ansiedelten. Neben alten Fabrikgebäuden, die größtenteils leer stehen und verfallen, gibt es Wohnhäuser und Palais, die noch immer auf eine Sanierung oder Restaurierung warten. 
Man kann den Glanz vergangener Zeiten spüren. 
Abends gehen wir in ein rumänisches Restaurant zum Essen. Wir wollen noch mal landestypisch schlemmen. 
Ich esse Sarmale, das sind gefüllte Kohlrouladen und Mamaliga ( ähnlich wie Polenta).
Manfred isst Schweinehaxe mit Bohnen.
Eigentlich wollten wir noch Nachtisch essen, doch wir sind so satt. Das verschieben wir.
Wir laufen nach dem Essen noch eine Runde über den Siegesplatz. Die Gebäude sind sehr schön beleuchtet. Es ist immer was los hier, immer wieder gibt es interessante künstlerische Darbietungen.

02.11.2025
Wir nehmen heute an einer deutschsprachigen Führung teil. Da der Guide Banatschwabe ist, erzählt er uns so einiges über deutsche Spuren in Temeswar.
So zeigt er uns die Ulmer Schachtel, die an dem deutschen Altersheim , die Adam Müller Gutenbrunn Stiftung ausgestellt wird.

Mit dem Aufstellen der Schachtel wurde gleichzeitig das 300-jährige Jubiläum der Besiedlung des Banats mit Deutschen unter den Habsburgern gewürdigt. Auf der nachgebauten Ulmer Schachtelstehtdeshalb1723-1787. In jener Zeit kamen die meisten deutschen Auswanderinnen und Auswanderer mit den Ulmer Schachteln auf der Donau ins Banat. Es handelte sich trotz der Bezeichnung BanaterSchwabenkeineswegsbloß um Menschen aus Schwaben. Viele kamen aus dem Elsass, Lothringen und der Pfalz.
Das Ausstellungsstück ist fünfmal kleiner als das Original.

Vor dem Altersheim steht ein Denkmal
DasDenkmal selbst ist ein Gedenkstein für die Banater Opfer der Russlanddeportation von 1945 bis 1950. Es erinnert an die Deutschen aus Rumänien, die in Arbeitslager in die Sowjetunion verschlepptwurden. Die Inschriftist in Deutsch und Rumänisch 
Es gibt eine deutsche Schule in Temewar, sogar ein deutschsprachiges Theater.
Er zeigt uns die Elisabeth Bastion.
Sie ist die einzige der neun ursprünglichen Bastionen der Vauban-Festung, die zwischen 1732 und 1765 von der Habsburger Verwaltung erbaut wurde und heute noch steht. In der Bastion befanden sich das Provianthaus und das Pulvermagazin. Die Festung hatte einen sternförmigen Grundriss; die neun Bastionen bildeten die Ecken des Sterns, drei Befestigungsringe und zwei Wassergräben. Die Festung wurde nur einmal, während der Revolution von 1848, angegriffen und hielt der 107-tägigen Belagerung stand. Heute beherbergt sie Cafés und Restaurants, Kulturräume und Teile des Banater Museums.
Es werden uns einige typische Gebäude aus der Habsburger Zeit gezeigt, wirklich beeindruckend.
Karlsruhe ist die Partnerstadt von Temeswar und hat einen Gedenkbrunnen gestiftet.       
 Er erinnert an die im Zweiten Weltkrieg gefallenen deutschen Soldaten.
Er trägt die Namen dieser Soldaten, die in der Stadt aufgewachsen sind, Die Namen auf dem Brunnen sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.
DasGebäude ist bekannt für seine farbenfrohe und aufwendig gestaltete Fassade. Im Erdgeschossbefand sich ursprünglich eine Apotheke.Es ist das Brück Haus auf dem Uniri Platz.
Die wichtigsten Plätze in Timișoara (Temeswar) sind:
  • Piața Unirii (Platz der Vereinigung): Dies ist der älteste Platz der Stadt und gilt als ihr historisches Juwel. Er ist im Barockstil angelegt und wird von prächtigen Gebäuden wie dem Dom und verschiedenen Palästen gesäumt. Das Bild zeigt das Haus Brück, das sich an diesem Platz befindet. 
  • Piața Victoriei (Siegesplatz): Diese renovierte Flaniermeile verbindet das Nationaltheater und Opernhaus mit der orthodoxen Kathedrale. 
  • Piața Libertății (Freiheitsplatz): Ein beliebter Treffpunkt im historischen Zentrum, der von vielen Straßencafés umgeben ist. 
Diese Plätze sind alle durch eine lange Fußgängerzone miteinander verbunden.
Das ist sehr angenehm und sehr entspannt.
Viele ganz unterschiedliche Cafes und Restaurants zieren die Straßen und wirken sehr einladend.


Auf dem oberen Bild ist die Dreifaltigkeitssäule zu erkennen, auch Pestsäule genannt. Sie erinnert an drei Katastrophen der Stadt : Krieg, Hunger und Pest.

Nach der informativen und spannenden Führung gönnen wir uns nun die typischen rumänischen Deserts.
Das ist Papanasi mit Beeren 
Clatite Banatan
Diese Süßspeisen sind sehr lecker, aber mächtig. Wir schaffen es kaum, sie zu essen.

Diesen wunderschönen Tag lassen wir mit dem Musical My fair lady in der Oper ausklingen.
Wir kennen die Handlung, verstehen aber die rumänische Sprache nicht.
Das Ambiente ist sehr eindrucksvoll, die Musik ausgezeichnet und die Darstellung wunderbar.
Es ist ein tolles Erlebnis, manchmal hätten wir schon gerne die Sprache verstanden, aber man kann nicht alles haben.

Diese Stadt erstaunt uns sehr, wir haben das so nicht erwartet.
Multikulturalität ist ein Markenzeichen von Temeswar, überall hört man verschiedene Sprachen.
Wir haben das Gefühl, dass viele Nationalitäten hier ihren Raum haben, sich umzusetzen.
So fühlt sich wahrscheinlich jede Nation willkommen und respektiert auch die Andersartigkeit der anderen.

Die kulturelle Vielfalt spiegelt sich an den vielen verschiedenen Kirchen und Kulturstätten unterschiedlicher Herkunft wieder.

2023 wird Temeswar Kulturhauptstadt, ein großes Ereignis für die Stadt.

Angesichts ihrer wechselvollen Geschichte erfindet sich die Stadt immer wieder neu.
Es gibt viele Parks, Spielplätze, Straßenkünstler, gemütliche  Restaurants usw
Es ist eine positive Stadt, sauber, ansprechend, ein nettes Miteinander.
Sie macht uns Spaß, es ist überhaupt nicht hektisch.
Die Stadt muss ein gutes Konzept haben.
Daraus könnten viele Städte in Deutschland lernen.
Erstaunlicherweise ist ein Deutscher Bürgermeister hier.
Voraussetzung, um Bürgermeister zu werden ist, EU Bürger zu sein und wohnhaft in Temeswar.

Die Geschichte von Temeswar ist sehr interessant.

https://de.wikipedia.org/wiki/Timi%C8%99oara

03.11.2025

Heute verlassen wir Temeswar und fahren nach Mako. Mako ist eine Stadt in Ungarn nahe der rumänischen Grenze.
Dort besuchen wir das Hagymatikum, eine traumhaft
schöne Therme.
Wir genießen den ganzen Tag im warmen Wasser und der außerordentlich schönen Architektur.


Mit dem Bau des Hagymatikum Spa hat sich der weltberühmte Architekt Makovecz Imre seinen größten Traum erfüllt.

Das Hagymatikum Spa in Makó, das am 20. Januar 2012 seine Türen öffnete, ist einzigartig in Europa.
Es gleicht einem Tempel.
Es wurde für die Einwohner gebaut, sie bekommen Ermäßigung beim Eintritt, kostenlose Behandlungen werden angeboten, Babysschwimmen und viele Angebote für Kinder und Jugendliche runden die Angebote ab.
Das erstaunt mich doch wieder mal, wie sozial die ungarische Regierung eingestellt ist.

Wir parken direkt neben dem Bad und fahren am nächsten Tag wieder weiter.
04.11 2025

Auf der Fahrt entscheiden wir spontan nach Podersdorf am Neusiedler See zum fahren.
Vor über 50 Jahren habe ich mit meinen Eltern und  Cousinen, Onkel und Tante öfters Urlaub gemacht.
Zwischenzeitlich wurde dieser Ort sehr touristisch, vieles hat sich verändert.
Auffallend ist, dass sehr viel reglementiert ist. So besteht fast im ganzen Ort Campingverbot und Parkverbot für Wohnmobile, Eintrittskarten für den Strand, Fahrradverbot am Strand usw
Aber es hat uns trotzdem gefallen und insofern der Nachsaison ist der Spielraum eh größer.
Die Sonnenuntergänge sind hier immer noch einmalig.
Wir bleiben zwei Tage und machen Radtouren.
Abends ist ein Besuch beim Heurigen obligatorisch.
Am 07.11.2025 fahren wir weiter.
Unser Ziel ist die Walhalla in Donaustauf.
Das historische Denkmal ist sehr beeindruckend.

Hier endet unsere Tour.
Am 8.11.2025 fahren wir wieder nach Hause.
Wir nehmen viele ganz unterschiedliche Eindrücke und Erlebnisse mit, viele wunderschöne Momente und unvergessliche Augenblicke.
Wir haben immer nur freundliche hilfsbereite Menschen getroffen.
Wir haben immer wieder über den Witz gelacht: Rumänien ist sicher, da die Gauner alle in Deutschland sind.
Wir können sagen, Rumänien und auch Ungarn überraschen.