Die Eindrücke unserer einmaligen Bootstour
Es gibt hier noch Wildlandschaften mit einer unsagbaren Artenvielfalt, 1100 verschiedene Pflanzen, weil ganz verschiedene Naturräume aufeinandertreffen - vom Hochgebirge bis zur Pannonischen Tiefebene.
Es gibt vier Schluchten und Höhlen im Bereich des Eisernen Tores. Dies waren gute Orte für Menschen in prähistorischer Zeit, um zu überleben. Die Donau war eine ideale Quelle für Nahrung und Wasser . Die Gipfel der Felswände dienten beim Jagen als Orientierungspunkte.
Wir erfahren auf der Bootsfahrt, dass eine der Höhlen in den Zeiten des Kommunismus zur Flucht genutzt wurde.
Wir fahren ein kleines Stück in die Höhle hinein, es wirkt schauerlich. Ich bekomme Respekt vor dieser gewaltigen Natur.
Die Donau ist sehr eng hier und wir spüren die Strudel im Wasser, die von den Höhenunterschieden der im Wasser liegenden Felsen entstehen. Vor dem Bau des Staudamms war dies genau die Ursache für die Wildheit und Gefährlichkeit der Donau.
Durch den Staudamm kam es zur Flutung , der Wasserspiegel stieg um 30 Meter. Daher der Untergang der Insel und auch große Teile von Orsova verschwanden, viele Menschen wurden umgesiedelt.
Aber die Donau wurde an der Engstelle entschärft und somit ist die Schiffahrt ungefährlich geworden.
Jetzt fahren wir vorbei an der Tabula Traiana, der Trajanstafel. Der römische Kaiser Traian hat 105 unserer Zeitrechnung diese Tafel hier aufgestellt, also nicht genau hier, sondern 30 Meter weiter unten.
Mit dieser Tafel wollte Kaiser Traian zeigen, dass er eine sehr lange Brücke - 1100 Meter lang - aufgebaut hatte. So konnte er Dakien zur Provinz es römischen Kaisers machen und besiegte die dakischen Stämme.
Trajan verewigte in einer Tafel diesen Sieg.
Der ehrwürdige Kaiser Trajan hat Gebirge und Strom überwunden und diese Straße gebaut.
Diese Brücke war eine bemerkenswerte Leistung. Sie war nur 165 Jahre in Betrieb und wurde als die längste Bogenbrücke seit über 1000 Jahren angesehen.
Der Bau der Wasserkraftwerke war ein grenzübergreifendes Projekt. Beim 1. Kraftwerk beteiligte sich 1964 das damalige Jugoslawien und Rumänien zu gleichen Teilen, da auch die Energie zu gleichen Teilen aufgeteilt werden sollte.
Zum Fertigstellungszeitpunkt 1972 zählte das Kraftwerk Eisernes Tor 1 als das weltweit größte Flusskraftwerk. Das Kraftwerk Eisernes Tor 2 wurde von 1977 bis 1984 gebaut.
Der Damm des Kraftwerkes wird seit Ende 2011 als Grenzübergang zwischen Serbien und Rumänien genutzt.
Für uns ist diese Bootsfahrt mit den Geschichten sehr ereignisreich und absolut spannend. Es war auch wirklich super, dass wir diese Bootsfahrt abends am Tag davor erst organisieren konnten, da wir ja in der Nachsaison sind.
Oben ist noch eine Art Wimmelbild, unser MAN ist zu finden. Wir parken in Orsova direkt neben einem Parkplatz vom Supermarkt.
Bis jetzt ist es in Rumänien überhaupt relativ einfach zu parken und zu übernachten.
Auch wenn es auf den Straßen eine Schwerlastbegrenzung von z.B. 3,5 t gibt, interessiert dies niemand.
Rumänien ist in dieser Hinsicht ein sehr großzügiges Land.
An diesem Nachmittag fahren wir weiter nach Beile Herculane, Herkulesbad. Hier befinden wir uns auch nun in der Region Banat.
Es locken uns die vielen Thermalquellen, die sehr heiß aus dem Boden sprudeln. Die Thermalquellen verlaufen entlang des Flusses Cerne. Schon die Römer nutzten sie, sie wissen immer, wo es schön und gut war.
Früher war dies ein bedeutsamer Kurort. Der Legende nach, kam Herkules zu diesem Ort, um seine Wunden zu lindern.
Selbst die Kaiserin Sissi liebte diesen Ort.
Wir fahren zuerst direkt an eine Thermalquelle und parken direkt an der Straße vor der Quelle. Hier läuft alles ganz einfach ab. Der Eintritt ist frei und immer geöffnet. Die Leute kommen in Bademäntel und genießen das warme wohltuende Wasser.
Auch wir handhaben das auf diese Art und Weise. Im Fluß daneben, kann man sich abkühlen, es ist so unsagbar angenehm, von kalt in warm zu wechseln, das Prickeln zu spüren und die wunderschöne herbstliche Umgebung zu genießen.
Es halten sich hier überwiegend Einheimische auf, wodurch die Atmospäre sehr authentisch wirkt. Es ist ein Kommen und Gehen und jeder findet Platz, die einen reden die ganze Zeit, die anderen genießen schweigend. Alles ist so unkompliziert.
26.10.2025
Nach dem Frühstück wollen wir nochmals die Thermalquellen genießen. Das Vergnügen wollen wir uns nicht entgehen lassen. Es tut einfach unsagbar gut. Das Wasser kommt hier ca 50 Grad heiß aus der Erde, unvorstellbar und es hört niemals auf zu sprudeln. Welche genauen Wirkungen das Wasser hat, wissen wir nicht so genau. Hauptsache, es tut uns gut.
Was für eine ungewöhnliche Kulisse erwartet uns hier. Die wilde Abgeschiedenheit dieses Ortes verdankt den Thermalquellen, dass sich hier die Römer niedergelassen haben. Baile Herculane ist Rumäniens Antwort auf Budapest.
Der Gebäudekomplex wirkt verwunschen, unwirklich und malerisch und von besonderer Schönheit. Kaiser Franz Josef bezeichnete diesen Kurort als den "schönsten Kurort des Kontinents". Wie wohl die Innenräume aussehen?
Leider ist das Herkulesbad ein verfallendes Kurorterbe.
Ich habe gelesen, dass es viele Ideen gibt, wie die Idee eines Freilichtmuseum, ein Thermalbad, Kulturzentrum ......
Unsere Fahrt geht weiter in Richtung Naturpark Semenic Cheile. Zuvor suchen wir einen Übernachtungsplatz und finden mit Hilfe von park4night einen ruhigen Platz
27.10.2025
Nach einer ruhigen Nacht fahren wir weiter durch den Naturpark in Richtung Resita und sind gespannt, was uns erwarten wird. Es soll landschaftlich eine sehr imposante Serpentinenstrecke sein.
Wir fahren durch idyllische Dörfer mit kunstvoll verzierten Häusern, wie zauberhaft.
Ich habe noch in keinem anderen Land so viele Kreuze wie in Rumänien gesehen.
Was mir auch immer wieder positiv auffällt ist, dass alte Leute auf Bänken vor den Häusern sitzen.
Wir fahren die Strecke Slata-Timis nach Resita auf der 582 die Trans-Semenic.
Was für eine Farbenpracht eröffnet sich uns. Diese Fahrt ist entzückend, eine Augenweide, ein wahrer Genuss. Als wäre hier ein Künstler mit seinem Pinsel unterwegs gewesen. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus. Wir fangen an, die Farben zu beschreiben: warme und kräftige Töne wie orange, gelb, kupfer, ocker, senfgeld, braun, rostrot, goldgelb, hellgelb, maisgelb, Orangentöne .....
alle Farben harmonieren miteinander, sie wirken sehr angenehm, entspannend, bewundernswert. Wir fahren durch den Herbst. Diese wunderbare Herbsttönung kommt daher, dass es hier zahlreiche Buchenwälder gibt.
Die Natur erschafft hier ein Meisterwerk an Farbexplosionen, kurz bevor die Blätter abfallen, erstrahlen sie im Höhepunkt ihrer Schönheit.
Wir halten an einem Skulpturenpark und betrachten die interessanten Holzskulpuren.
Es gibt auf der Strecke nach Resita einige deutsche Dörfer, wie Wolfsberg, Weidenthal usw.
Die Banatschwaben wurden 1722 mit Vergünstigungen vom österreichisch ungarischen Herrscherhaus gerufen, das Land zu nutzen. Viele sind hier in Rumänien geblieben, obwohl sie die Möglichkeiten haben oder hatten, nach Deutschland zurückzukehren.
Es wird dämmrig, durch die Zeitumstellung jetzt schon gegen 17.30 Uhr rumänische Zeit. Es gibt zwischen Deutschland und Rumänien eine Zeitunterschied von einer Stunde.
Übernachtungsplätze suchen wir immer, wenn es noch hell ist.
Wir sind in einem Vorort von Resita und finden einen Übernachtungsplatz auf einer großen Bushaltestelle, drum herum sind einige stillgelegte kleinere Fabriken.
28.10.2025
Resita oder Reschitz ist vor allem als historsches Hütten- und Industriestadt bekannt, insbesondere für die Metallverarbeitung. Die Stadt ist das älteste Hüttenzentrum Rumäniens und war ein wichtiges Zentrum für die Stahl- und Eisenproduktion. Eine Legende besagt, dass Stahl, der hier produziert wurde, beim Bau vom Eifelturm verwendet wurde.
Die Materialseilbahn gilt als das Wahrzeichen der Stadt.
Es gibt hier das Freilicht Dampflokmuseum, in dem man die älteste in Reschitz gebaut Dampflokomotive (1872) besichtigen kann.
Wir fahren nach dem Museumsbesuch weiter nach Oravita, weil wir dort die legendäre Zugfahrt machen wollen.
Wir parken gleich neben dem Bahnhof und befürchten evtl. viel Zugverkehr. Es fuhr aber kein einziger Zug, statt dessen hören wir die ganze Nacht Hundegebell.
29.10.2025
Gleich am Morgen machen wir uns auf den Weg zum Bahnhof.
Die zwischen 1861 und 1863 gebaute Gebirgsstrecke überwindet auf ihren 33 Kilometern einen Höhenunterschied zwischen Oravita und Anina von sagenhaften 339 Metern. Dabei durchquert sie 14 Tunnel und überquert 10 Viadukte.
Viele Jahrzehnte diente sie hauptsächlich dem Transport von Kohle, Uranerz und Holz. Fördertürme, Halden, ehemalige Rangierbahnhöfe und andere Relikte aus dieser Zeit sind noch immer an der Strecke zu sehen.
Die Strecke gilt als eine der schönsten Strecken in Rumänien und jeden Tag ist es möglich, diese Strecke zu fahren.
Es geht gleich los und wir freuen uns auf die Fahrt. Der Zug ist ziemlich voll.
Diese Bahnstrecke ist schon ein Traum. Diese grandiose Landschaft fasziniert uns sehr. Dazu kommt noch der goldene Herbst und dazu das Kaiserwetter. Es ist als würde man mitten durch den Urwald fahren. Was will man mehr. Wir genießen diese zweistündige Hinfahrt und die zweistündige Rückfahrt.
Wir sind heute voller Eindrücke und müssen die vielen schönen Bilder wirken lassen.
Die Natur in Rumänien ist bezaubernd.
30.10.2025
Heute verlassen wir die Gegend Anina und Orsavita.
Wir haben den Eindruck, dass diese Orte eine vielfältige Geschichte hinter sich haben, eine wirtschaftlich aufstrebende Zeit. Das liegt hinter ihnen und neue Perspektiven fehlen noch. Viele Fabrikgebäude, Häuser, Straßen verfallen immer mehr, neue moderne Stadtteile entstehen.
Aus dem Vielvölkergemisch in der Geschichte des Banat sind die Donauschwaben nicht wegzudenken.
Nun fahren wir Richtung Timisoara und werden in Buzias auf einen Campingplatz fahren, um unsere Wassertanks zu befüllen.
Dank ihrer Heilquellen war diese Kleinstadt einer der bekanntesten Badeorte Ungarns und später Rumäniens, sie war die Perle des Banats.
Wir radeln durch den Ort und den wunderschönen herbstlichen Park.
Hier im Park bewundern wir die Kolonnade, die 1875 im Auftrag von Kaiser Franz Joseph erbaut wurde. Er und seine Gemahlin Kaiserin Sissi verweilten hier einst zur Kur und zur Erholung an der frischen Luft. Die Säulenhalle wurde gebaut, um die Spaziergänge von Kaiserin Sissi durch den Park angenehmer zu gestalten.
Diese Kolonnade wurde 2015 restauriert.
Auf dem Rückweg radeln wir an einem Flugzeugrestaurant zurück. Was für eine originelle Idee.
Spontan bleiben wir hier und essen eine Kleinigkeit.
31.10.2025
Bevor wir weiterfahren, werden die Wassertanks befüllt, Wäsche gewaschen und Manfred putzt die Fenster.
Danach fahren wir nach Timisoara oder Temeswar. Wir finden im Zentrum fast neben der Oper einen Parkplatz. Als wir ankommen, schlägt der Parkplatzwächter die Hände über dem Kopf zusammen, dann weist er uns aber auf einen Busparkplatz ein. Der Parkplatz ist rund um die Uhr bewacht und kostet allerdings Gebühren.
Wir laufen den Viktoriaplatz hoch zur Kathedrale der Heiligen drei Hierarchien mit ihren insgesamt 11 Türmen. Sie ist ein Wahrzeichen der Stadt und der Haiga Sophia nachempfunden. Die Türme sind mit emaillierten Dachziegeln bedeckt, welche typisch rumänische Schmuckmuster ausbilden. Wunderschön anzusehen.
Timisoara ist besonders für ihre Sezessionsarchitektur bekann. Am Piata Victoria befinden sich zahlreiche barocke Gebäude. Viele Gebäude sind verhüllt, sie werden gerade restauriert.
Das ist die Oper auf dem Piata Victorei.
Die Revolutionsführer sprachen Ende 1989 vom Balkon der Oper zu den aufgebrachten Massen. Nach der Revolution von 1989 erhielt dieser Platz den Namen Siegesplatz.
Die Revolution hatte ihren Anfang hier in der Stadt.
Auslöser war, dass ein Pfarrer, der sich gegen das Regime öffentlich äußerte, abgeschoben werden sollte.
Massen von Menschen gingen auf die Straße und riefen: Wir sind das Volk
Bewaffnete Soldaten versuchten mit Gewalt, die Protestbewegungen niederzuschlagen.
Hundert Menschen kamen dabei ums Leben.
Die Revolution wurde dadurch angeheizt und griff auf andere Städte über.
Die Revolution gipfelte im Sturz und der späteren Hinrichtung von Nicolae Ceaușescu und seiner Frau am 25. Dezember 1989.
Obligatorisch befindet sich am Siegesplatz die Wölfin mit Romulus und Remus.
Der Name der Stadt leitet sich vom Fluss Timis ab. Die Altstadt befindet sich in einem inneren Ring, der vom Bega-Kanal umgeben ist. Sie ist die Hauptstadt vom Banat und das wichtigste wirtschaftliche, soziale und kulturelle Zentrum Westrumäniens.
Timisoara ist eine multikulturelle Stadt mit 21 ethnischen Gruppen und 18 Religionsgemeinschaften.
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